Das Heidelberger Schloss

Die Geschichte des Heidelberger Schlosses reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück, als die Pfälzer Kurfürsten eine Burg in Heidelberg errichten ließen. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Sehenswürdigkeit zu einem Schloss weiterentwickelt, das heute Besucher aus aller Welt mit seiner Renaissance-Architektur zu begeistern weiß. Im Dreißigjährigen Krieg geriet das historische Gemäuer in die Schusslinien: trotz mehrerer Versuche des Wiederaufbaus blieb das Heidelberger Schloss bis heute eine Ruine. Ihren Teil zum Verfall trugen zwei Blitzeinschläge im 18. Jahrhundert bei.

Doch über die Jahrhunderte entwickelte die Ruine bei Besuchern eine ganz eigene Anziehungskraft, gerade im 19. Jahrhundert wandelte sich Heidelberg mitsamt Schloss zu einem touristischen Hotspot. Das Schloss wurde in seinem Zustand als Ruine zu einem Symbol der Romantik, selbst Mark Twain adelte das Heidelberger Schloss in seinem Werk A Tramp abroad für seine günstig situierte Kombination aus verfallener Architektur und Natur. Einst soll Goethe durch die Gemäuer des Heidelberger Schlosses gewandelt sein, ihm sind die vor Ort auf einer Tafel verewigten Verse von Marianne von Willemer gewidmet. Er zeichnete die Ruinen in in einem prominenten Aquarell nach. Auch Joseph von Eichendorff und Friedrich Hölderlin schätzten die eindrucksvolle Ruine in Heidelberg.

Noch heute sind vor Ort die Konturen der historischen Räume zu erkennen – vom Bibliotheksbau über dem im Stil des Historismus restaurierten Friedrichsbau bis hin zum Gesprengten Turm, der 1779 ebenfalls von Goethe in einer Skizze verewigt wurde. Neben den historisch belassenen Ruinen weiß das Heidelberger Schloss heute durch einen ausgedehnten Schlossgarten zu begeistern, der im Stile einer Parkanlage zum Spazieren einlädt. Die Geschichte des als Hortus Palatinus bezeichneten Schlossgartens geht bis in das 17. Jahrhundert zurück, wo das prachtvolle Grün mit dem Auftrag des örtlichen Kurfürsten Friedrich V. eingerichtet wurde. Von hier aus bietet sich heute ein weitreichender Blick auf das Stadtbild, den Fluss Neckar und die Alte Brücke. Am gegenüberliegenden Ufer liegt der gern bewanderte Philosophenweg.

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