Der Universitätsplatz

Der zentral in der Heidelberger Altstadt zwischen Neckar und der historischen Stadtmauer gelegene Universitätsplatz kann sowohl auf eine lange Geschichte und als auch eine ganze Reihe von ehemaligen Namen zurückblicken. Vom späten 13. bis zum Ende des 17. Jahrhunderts befand sich hier ein Augustinerkloster, in welchem Martin Luther im April 1518 im Rahmen der „Heidelberger Disputation“ seine umstrittenen Thesen verteidigte. Nach der Zerstörung des Klosters 1693 im Pfälzischen Erbfolgekrieg kaufte der damalige Kurfürst Karl Theodor 1753 das Gelände und ließ dort einen Exerzierplatz mit dem Namen „Paradeplatz“ erbauen. Von ca. 1830 bis 1928 trug der repräsentative Platz dann fast 100 Jahre lang den Namen „Ludwigsplatz“ zu Ehren des 1830 verstorbenen Großherzogs von Baden Ludwig I.

Der Platz wurde in dunklen Zeiten einige Jahre lang leider politisch missbraucht

Um dem wachsenden internationalen Renommee der 1386 gegründeten „Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg“ in der Weimarer Republik Rechnung zu tragen, erhielt der Platz von 1928 bis 1937 erstmals den Namen „Universitätsplatz“. Den nationalsozialistischen Machthabern war jedoch der auch noch nach 1933 an der Bildungseinrichtung größtenteils herrschende demokratische und freiheitliche Geist ein Dorn im Auge. Nachdem es bereits im Mai 1933 zu staatlich geplanten und inszenierten Bücherverbrennungen auf dem Platz gekommen war, wurde er im Jahr 1937 zu „Langemarckplatz“ umbenannt. Hiermit sollte dem von konservativer Seite politisch verklärten Mythos von Langemarck gedacht werden. Die aus deutscher Sicht eigentlich militärisch erfolglose Schlacht im November 1914 nahe des gleichnamigen belgischen Ortes wurde von der Reichswehr und rechten Kreisen als „Heldentat“ propagandistisch glorifiziert.

Heute ist der Universitätsplatz einer der lebendigsten Stellen in der Altstadt

Das große Glück, welches die Stadt Heidelberg angesichts der vergleichsweise nur sehr geringen Zerstörungen durch Bombenangriffe alliierter Verbände in der Schlussphase des Zweiten Weltkrieges hatte, betraf auch den besagten Platz, der seit 1945 wieder seinen angestammten Namen trägt. Im Zuge einer generellen und groß angelegten Umgestaltung der Heidelberger Innenstadt von 1972 bis 1978 („Jahrhundertaufgabe Altstadtsanierung“) wird der Universitätsplatz Teil der bis dato mit 1,6 Kilometern längsten Fußgängerzone in Deutschland. Durch die umfassend erfolgte Verkehrsberuhigung hat sich der durchgängig gepflasterte Universitätsplatz seither zum bei Einheimischen und Gästen äußerst beliebten Treffpunkt entwickelt. Die zahlreichen umliegenden Restaurants und Straßencafés sowie die Mensa sind fast das ganze Jahr über gut besucht. Die Bushaltestelle am Platz dient sowohl den vielen Studenten als auch Touristen als wichtiger Verkehrsknotenpunkt.

Mehrmals im Jahr wird der Platz zum Teilbereich großer und populärer Feste

Die Aula der zwischen 1712 und 1735 im Stil des Barock errichteten Alten Universität an der Nordseite des Platzes ist häufig Veranstaltungsort von Konzerten, Lesungen, und Vorträgen. Die in den 1930er Jahren erbaute Neue Universität am Südende des Platzes wurde von 2009 bis 2011 grundlegend modernisiert und neu gestaltet. Der in unmittelbarer Nachbarschaft in der Augustinergasse gelegene ehemalige Heidelberger Studentenkarzer zählt genau wie das Universitätsmuseum zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Rund um den Löwenbrunnen vor der Alten Aula finden regelmäßig gut besuchte Events wie die Heidelberger Literaturtage, der Heidelberger Herbst, das Spazierfest der Kulturen und der große Weihnachtsmarkt statt.

Wie komme ich zum Universitätsplatz?

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